Historischer Bergbau Allgäu  
    GEOLOGISCHES
über das Grüntengebiet
 
    Die Gesteinsschichten des Grüntenhanges bildeten in der Kreidezeit und im Alttertiär vor etwa 40 bis 125 Jahrmilionen ursprünglich den Boden eines warmen, teilweise sehr flachen Schelfmeeres. Die einzelnen Schichten lauten, beginnend mit der Jüngsten: Fischschiefer, Stadschiefer, Nummulitenkalk, Oberstdorfer Grünsandstein, Dreiangelserie, Wangschichten, Leistmergel, Seewerkalk, Mittelkreide / Grünsandsteinfolge, Schattenkalk und Druisbergschichten. Die für uns interessanteste Schicht ist im Eozän, vor etwa 50 Mio. Jahren abgelagert worden. Zu diesem Zeitpunkt war zwischen Europa und Afrika ein etwa 1000 km breites Meer, die Alpen gab es noch nicht. Ein aus Norden kommender Fluß hat die Eisenminerale eingeschwemmt, die dort mit Muschelresten, meistens Nummuliten, abgelagert wurden. Nachdem sich Afrika wieder auf Europa zubewegte, wurde der Meeresboden etwa 150 km nach Norden geschoben, gefaltet und gehoben; dabei wurden die zuerst waagrechten Schichten inkl. der Erzschicht aufgestellt, so daß diese heute fast senkrecht stehen. Leider wurde die Erzschicht so sehr verworfen, daß das Erz nur selten über einige Meter konstant ansteht, vielmehr endet die Schicht oft nach 20 Metern und schlägt, wie der Bergmann sagt, einen Haken. Dies führte auch dazu, daß am Grünten das Erz nie maschinell abgebaut werden konnte. Die beste Grube hatte einen Eisenanteil von 33%, die schlechteste nur bis 10 Prozent. Die Erze beinhalten viel Schwefel und Phosphor, dies ergibt gutes Gußeisen, jedoch schlechtes Schmiedeeisen.